Wie wir unser Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten

Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten

Enthält Werbe-Links – Unser Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten – das machte ich schnell zu einem wichtigen To-Do in meiner zweiten Schwangerschaft. Ich plante von Anfang an etwa drei Tage nach der Entbindung zum Krankenhaus zu bleiben. Unser Reise-Mädchen hatte bis dahin aber nie eine Nacht ohne mich verbracht. Deshalb wollte ich ihr diese ersten Nächte ohne Mama so einfach wie möglich machen. Außerdem hörte und las ich immer wieder, wie schwer sich Kleinkinder damit tun können, wenn sie die Eltern plötzlich mit einem Baby teilen sollen. Auch diese Umstellung sollte möglichst gut vorbereitet sein.

Ich las mich also in das Thema ein (Buchtipps folgen weiter unten), wir etablierten ein neues Ritual und thematisierten die Themen Schwangerschaft und Geburt immer wieder altersgerecht. Wie genau wir dabei vorgegangen sind und welche Tipps ich für werdende Mehrfachmamas habe, das liest Du in diesem Artikel.

Wie bereite ich mein Kind auf das neue Baby vor?

Wie man am besten sein Kind auf das neue Baby vorbereitet hängt natürlich vom Alter des Erstgeborenen ab. Und auch die aktuellen familiären Gegebenheiten spielen eine Rolle. Ist das große Geschwisterchen in spe zum Beispiel sehr auf die Mama fokussiert wie bei uns, macht es Sinn schon in der Schwangerschaft einen kleinen Abnabelungsprozess anzuschubsen. Kinder die es etwa schon gewohnt sind bei Oma und Opa zu übernachten brauchen in dieser Hinsicht wahrscheinlich keine spezielle Vorbereitung.

Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten wann von Schwangerschaft erzählen

Wann Kindern die Schwangerschaft erklären?

Die Ratgeber sind sich einig: Je jünger das Kind, desto später sollte man ihm von der Schwangerschaft erzählen. Ich finde das macht auch absolut Sinn. Unsere Zweijährige kann mit Zeitangaben noch gar nichts anfangen. Neun Monate sind für sie ein absolut unvorstellbarer Zeitraum und ich hatte wirklich keine Lust, monatelang täglich gefragt zu werden, wann denn nun das Baby kommt.

Gleichzeitig soll sich das erstgeborene Kind aber auch keinesfalls ausgeschlossen fühlen. Ich wollte daher auf jeden Fall vermeiden, dass andere unsere Reise-Mädchen darauf ansprechen, dass sie große Schwester wird oder sie hört, wie mich jemand etwas zur Schwangerschaft fragt, bevor wir Eltern mit ihr darüber geredet haben.

Deshalb haben wir unserer Tochter schon früh erzählt, dass ich schwanger bin. Ich habe meine Schwangerschaft nach der zwölften Woche öffentlich gemacht und zu dem Zeitpunkt auch unser Kind eingeweiht.

Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten neue Rituale

Wie sage ich meinem Kind, dass es ein Geschwisterchen bekommt?

Groß und feierlich oder ganz unaufgeregt: Wie man dem Kind sagt, dass es ein Geschwisterchen bekommt, muss natürlich jede Familie selbst entscheiden. Wir wollten kein großes Aufsehen darum machen und unsere Tochter durch die Neuigkeiten nicht verunsichern. Deshalb habe ich ihr in einem ruhigen und schönen Moment, als wir zusammen im Bett gekuschelt haben, einfach erzählt, dass ein Baby in meinem Bauch wächst und sie ein Geschwisterchen bekommen wird. Mehr nicht. Sie hat das gespannt angehört und gar nicht groß kommentiert. Dabei ist es dann erst einmal geblieben. Meinen immer größer werdenden Bauch schien sie zunächst gar nicht wahrzunehmen.

Erst später – und vor allem als sie dann mit fortschreitender Schwangerschaft Bilderbücher zu dem Thema bekommen hat – hat unsere Tochter den Bauch und das Baby darin von sich aus immer wieder angesprochen. Die Fragen dabei waren eigentlich immer: „Mama, hast Du einen dicken Bauch bekommen?“, „Mama, wächst da ein Baby darin?“. Wie das Baby in den Bauch gekommen ist und auch wie es da raus kommen soll wurde nie in Frage gestellt. Und ich finde, dann muss man das bei kleinen Kindern auch nicht besprechen. Dass man wegen der zweiten Schwangerschaft sein Kleinkind schon aufklären muss, ist also eher nicht zu befürchten.

Mit Bilderbücher die Geschwister auf das Baby vorbereiten

Eine ganz wichtige Rolle in der Vorbereitung unserer Erstgeborenen auf das Baby spielten ihre Bilderbücher. Noch bevor ich mich überhaupt angefangen hatte zu informieren, welche Bücher es für Kleinkinder zum Thema Schwangerschaft und Geschwister gibt, bekam unsere Tochter zwei geschenkt: „Wir sind jetzt vier!“* und „Bobo Siebenschläfer bekommt ein Geschwisterchen“*. Beide zählten schnell zu den Lieblingsbüchern unserer Tochter und in den letzten Monaten der Schwangerschaft mussten wir sie mindestens einmal täglich vorlesen. (Mehr über die Bücher erzähle ich in einem meiner nächsten Artikel).

Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten Tipps und Erfahrungen

Unser neues Ritual zur Vorbereitung auf das Baby

Wie oben schon erwähnt, hatte unser Kleinkind bis zur Geburt des zweiten Babys noch keine Nacht ohne mich verbracht. Ja, sie war sogar noch nie abends ohne mich eingeschlafen. Während sie tagsüber liebend gerne mit Papa spielte, war dieser sobald sie müde wurde abgeschrieben und Mama musste unbedingt her. Zufällig bemerkten wir aber, als ich eines Abend ganz in der Nähe von zu Hause (so dass ich schnell hätte zurück kommen können) auf einer Firmenveranstaltung war, dass der Papa das Reise-Mädchen sehr wohl ins Bett bringen darf – wenn Mama nicht anwesend ist.
Also führten wir einen Papa-Tag pro Woche ein. Ich war an diesem Abend nicht zu Hause – und nutzte die freie Zeit für einen Schwangerschafts-Yogakurs. Unsere Tochter gewöhnte sich derweil daran, regelmäßig ohne Mama schlafen zu gehen. So wurde sie auf meinen Krankenhausaufenthalt nach der Geburt vorbereitet und ich konnte viel entspannter dieser Zeit entgegensehen.

Im Alltag das Kleinkind aufs Geschwisterchen vorbereiten

Je näher das Ende der Schwangerschaft rückte, umso präsenter wurde das Thema Baby in unserem Alltag. Das kam auf der einen Seite dadurch, dass ich immer öfter auf die nahende Geburt angesprochen wurde. Auf der anderen Seite standen jetzt natürlich auch einige praktische Vorbereitungen für die Ankunft des Babys an, in die wir unser Kleinkind einbanden. So wurde das Thema „kleines Geschwisterchen“ langsam konkreter und die Vorfreude auf das Baby stieg. Übrigens erst jetzt, in den allerletzten Wochen, fing das Reise-Mädchen an zu fragen, wann denn nun das Baby kommt. Davor war es für sie wahrscheinlich noch so schwer zu fassen, dass es einfach nur etwas war, das in Mamas Bauch wuchs und diesen dicker machte.

Zu unserer gemeinsamen Babyvorbereitung mit Kleinkind gehörte zum Beispiel, die Kleidung für das Baby zu sortieren und zu waschen. Außerdem kaufen wir zusammen Babywindeln und packten zu Hause auch direkt eine aus. Das Reise-Mädchen war ganz erstaunt, wie winzig klein sie waren und wickelte begeistert eine Puppe damit. Außerdem wurde das Beistellbett für das Baby vorbereitet. Da dieses bis kurz vorher noch von unserem Kleinkind genutzt wurde, war mir hier besonders wichtig sie in die Vorbereitung einzubeziehen. Dies klappte zum Glück problemlos und sie erzählte immer wieder voller stolz, dass sie das Bett jetzt nicht mehr nutzt, weil es nun für das Baby ist.

Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten Buchtipps

Ein Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten: Bücher, die dabei helfen

Buchtipp: Willkommen Geschwisterchen

Willkommen Geschwisterchen – Entspannte Eltern und glückliche Kinder“* ist ein Ratgeber von der Bloggerin und Journalistin Nathalie Klüver. Sie möchte damit Eltern durch die ersten Jahre mit zwei – oder mehreren – Kindern begleiten und bei Herausforderungen und Unsicherheiten unterstützen. Bei der Lektüre merkt man schnell, dass man mit seinen Gedanken und Sorgen nicht alleine ist, denn immer wieder stößt man auf Zitate von anderen Eltern. Ich finde es zunächst schön zu sehen, dass es vielen anderen genauso geht wie mir. Mit der Zeit werden mir die zahlreichen Erfahrungsberichte allerdings etwas zu viel. Positiv fällt mir dagegen die ansprechende Gestaltung unter anderem mit farbigen Infokästen mit Tipps und Kinderbildern zu den besprochenen Themen auf.

Inhaltlich geht „Willkommen Geschwisterchen“ zunächst ausführlich auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Altersabstände zwischen Geschwisterkindern ein. Dieses Thema war für uns, als ich das Buch das erste Mal in den Händen hielt, schon durch. Da war ich nämlich schon schwanger. Die aufgeführten Argumente waren mir im Großen und Ganzen aber nicht neu. Der Mann und ich hatten uns auch Gedanken gemacht, wie viele Jahre unsere Kinder ungefähr auseinander sein sollen und das nicht ganz dem Zufall überlassen.

In den nächsten Kapiteln des Buches geht es dann erst darum, wie man Geschwister verschiedenen Alters auf das neue Baby vorbereitet und danach wird ausführlich die Zeit thematisiert, wenn das Baby da ist. Es gibt Tipps, wie man die ersten Tage und Wochen zu viert am besten gestaltet und wie man mittel- und längerfristig sowohl dem großen wie auch dem kleinen Kind gerecht werden kann. „Willkommen Geschwisterchen“ behandelt aber nicht nur die Zeit direkt nach der Geburt, sondern thematisiert auch spätere relevante Themen wie die Eifersucht (größerer Kinder), das Teilenlernen und Streiten oder Vor- und Nachteile von getrennten Kindergartengruppen. Tipps für einen möglichst entspannten Alltag als vierköpfige Familie runden das Buch ab.

Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten Bilderbücher

Buchtipp: Wenn das zweite Kind kommt

Wenn das zweite Kind kommt – Als Familie zusammenwachsen“* von Jeanette Stark-Städele ist ein weiterer Buchtipp für alle, die ihre Familie vergrößern oder dies planen und noch unsicher sind, wann sie das Thema angehen sollen. Im Vergleich zum oben vorgestellten Buch ist dieser Ratgeber nüchterner aufgemacht. Bilder oder besondere Grafikelemente sucht man hier vergebens. Dafür finde ich „Wenn das zweite Kind kommt“ angenehmer zu lesen.

Inhaltlich umfasst das Buch die Zeit vom ersten Nachdenken über ein zweites Kind bis hin zum Zusammenleben mit zwei Kindern. Dabei wird jeweils auf verschiedenste Aspekte eingegangen. Von der Frage, ob Kinder Geschwister brauchen über die Bedeutung eines zweiten Kindes für die Beziehung der Eltern bis hin zum Finanziellen wird so beispielsweise ein breites Spektrum an Themen zur Entscheidung für eine vierköpfige Familie angesprochen. Der optimale Altersabstand zwischen Geschwistern wird nur kurz behandelt.
Dann geht es um die zweite Schwangerschaft. Schön finde ich, dass dabei nicht nur die Vorbereitung des älteren Kindes auf das Geschwisterchen besprochen wird, sondern erst einmal die Eltern im Fokus stehen. Denn auch für diese ist jede weitere Schwangerschaft ganz anders als die Erste. Einen Tippe, den ich umgesetzt habe ist, sich trotz des turbulenten Alltags mit Kleinkind Zeit für diese zweite Schwangerschaft zu nehmen (wie genau ich das gemacht habe beschreibe ich im Artikel meine Geburtsvorbereitung – was ich in der zweiten Schwangerschaft anders mache).

Ein wichtiges Kapitel ist dann natürlich auch, wie das erstgeborene Kind über den Nachwuchs informiert und die Schwangerschaft gemeinsam erlebt wird. Was kann ganz praktisch unternommen werden, um die Geburt des Babys sanft vorzubereiten?

Der Großteil des Buches dreht sich aber um die Zeit, wenn das zweite Kind auf der Welt ist. Es wird beschrieben, wie ganz unterschiedlich die Erstgeborenen ganz auf das Baby reagieren können und dass alle diese verschiedenen Reaktionen normal sind und direkt nach der Geburt oder auch erst nach Wochen bemerkbar sein können.
„Wenn das zweite Kind kommt“ hilft dem Leser, sich in das erstgeborene Kind hineinzuversetzen und gibt Tipps, mit seinen möglichen Verhaltensweisen umzugehen.
Zuletzt geht es in dem Buch um den Alltag mit mehreren Kindern. Neben Vorschlägen wo z.B. es Sinn macht Prioritäten zu setzen und wo man den Perfektionismus einfach streichen muss gibt es einen Ausblick auf die nächsten Jahre als vierköpfige Familie.

Wie ich oben schon erwähnt habe, kann man das Buch nicht nur angenehm von vorne bis hinten durchlesen, sondern es eignet sich auch als kleines Nachschlagewerk. Dazu tragen eine gute Gliederung der einzelnen Kapitel und Unterkapitel sowie kleine Zusammenfassung am Ende der Kapitel bei, so dass man die wichtigsten Punkte noch einmal auf einen Blick hat.

Muss man wirklich ein Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten?

Muss man ein Kleinkind auf das Geschwisterchen vorbereiten, oder machen wir Eltern uns da vielleicht auch einfach zu viele Gedanken und Sorgen? Ich finde, man sollte das Thema nicht überbewerten. Wenn sich die gesamte Schwangerschaft alles nur noch um das Baby dreht, ist das sicherlich kontraproduktiv.

Auf ein bisschen Vorbereitung würde ich aber nicht verzichten. Durch ein zweites Kind ändert sich einfach so viel. Daher finde ich es auf jeden Fall sinnvoll, ein Buch zu dem Thema zu lesen. Es gibt zum Beispiel Aspekte, an die ich vorher nicht gedacht hätte. Durch die Bücher war ich darauf vorbereitet und wusste, in welchen Situationen wir etwa besonders aufpassen müssen, damit unsere Erstgeborene sich durch die Ankunft des neuen Familienmitglieds nicht sofort zurückgesetzt fühlt.

Bilderbücher, Gespräche und neue Gewohnheiten haben außerdem unserem Kleinkind geholfen, die neue Situation besser zu verstehen.

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