Umziehen mit Kindern: Erfahrungen und Tipps zum Umzug mit Kleinkind und Baby

Umziehen mit Kindern

Umziehen mit Kindern ist eine Herausforderung. Ich bin schon einige Male in meinem Leben umgezogen, jetzt allerdings zum allerersten Mal mit Familie. Unsere Töchter sind beide in Düsseldorf geboren und haben ihre ersten Lebenswochen beziehungsweise Jahre in der gleichen Wohnung verbracht.

Nun stand allerdings ein richtiger Wechsel an. Wir brauchten nicht nur ein größeres Zuhause in der gleichen Stadt. Nein, es ging aufs Land und das in eine über 300 Kilometer entferne Region. Zu den normalen Herausforderungen eines Umzugs mit Kindern kam daher auch noch die traurige Aufgabe, uns von unserem sozialen Umfeld zu verabschieden und dem Kleinkind irgendwie zu erklären, dass sie nun ihre Freundinnen und die Tagesmutter erst einmal nicht mehr sehen kann.


Umziehen mit Baby

Wenn ich von unserem Umzug mit Kleinkind und Baby erzählte, waren die allermeisten Menschen etwas entsetzt, dass wir nur wenige Wochen nach der Geburt unseres Babys umziehen wollten. „Willst Du das wirklich antun?“, hörte ich immer wieder. Und ja, ein Umzug mit Baby ist sicherlich nicht das Beste, was man machen kann. Denn ab dem Zeitpunkt, als feststand, dass wir umziehen werden, würde es bei uns ganz schön trubelig. Das Wochenbett und die erste Kennenlernzeit waren da zum Glück schon vorbei. Wir hatten uns als vierköpfige Familie einigermaßen eingelebt.

Ohne Umzug hätte ich zu dem Zeitpunkt aber sicherlich noch mehr mit dem Baby gespielt und gekuschelt. So wurde die Kleine oft schnell abgelegt, wenn sie eingeschlafen war und sie beschäftigte sich öfters selbst in der Babywippe, während ich daneben Umzugskisten packte.

Ja, ich habe das große Glück, ein sehr zufriedenes zweites Baby zu haben. Und so empfand ich auch gar nicht so besonders das Umziehen mit Baby, sondern vielmehr den Umzug mit Kleinkind als Herausforderung.

Umzug mit Kindern

Umziehen mit Kleinkind

Kleine Kinder sind dort zuhause, wo ihre Eltern sind. Dem kann ich nur in Teilen zustimmen. Für Babys gilt das absolut. Daher ist auch eine Elternzeitreise mit einem nur wenige Monate alten Baby meist kein Problem. Und auch vom Umziehen hat sich unser Baby nicht beeindrucken lassen.

Unsere Zweijährige hingegen bekam den Umzug natürlich schon voll mit und der Wohnungswechsel hat sie deutlich mehr beschäftigt, als ich je gedacht hätte. Obwohl wir sie gut auf den Umzug vorbereitet haben, lief nicht alles reibungslos. Überraschend war dabei vor allem, dass in machen Bereichen, in denen ich mit Probleme rechnete, alles schon fast beängstigend glatt lief, dafür aber an eher unvorhergesehenen Stellen Herausforderungen auftauchten.

Daher jetzt also meine Erfahrungen kombiniert mit einigen Tipps, wie ein Umzug mit Kindern gut klappen kann.

6 Tipps die Dir helfen, einen Umzug mit Kindern zu organisieren

1. Tipp zum Umziehen mit Kindern: Frühzeitig mit dem Packen beginnen

Frühzeitig mit dem Packen der Kartons zu beginnen ist bei jedem Umzug eine gute Idee. Bei einem Umzug mit Kindern ist es jedoch wirklich unumgänglich. Ich hatte in den ersten Wochen das Gefühl, vielleicht doch etwas übereilt mit dem Packen der Umzugskartons begonnen zu haben. Immerhin dauerte es noch einige Wochen bis zu unserem Umzugstermin, als ich die ersten gepackten Kartons in einer hinteren Ecke unserer Wohnung versteckte. Später, als das Datum unseres Umzuges dann immer näher rückte, kam ich trotzdem noch ganz schön in Stress und war sehr froh, so früh mit den Vorbereitungen begonnen zu haben.

Mit Baby und Kleinkind muss man einfach flexibel sein und oft klappt es nicht, die vorab geplanten To-Dos an dem dafür vorgesehenen Tag zu erledigen. Bei mir reichten die Gründe dafür von einem Bauchweh geplagten Baby, dass sich auf keinen Fall auch nur eine Minute ablegen lassen wollte bis hin zu einem Kleinkind, das einen Wutanfall bekam, weil ich die gerade anstehenden Dinge auf keinen Fall einpacken sollte.

Umziehen mit Baby

2. Tipp zum Umziehen mit Kindern: Geheim und gemeinsam packen

Während ich also empfehle frühzeitig mit dem Packen anzufangen, bin ich gleichzeitig der Meinung, dass dies in dem ganz frühen Stadium möglichst unbemerkt geschehen sollte. Kleine Kinder haben noch kein so gutes Zeitgefühl und ihnen schon viele Wochen vor dem Umzug das Gefühl zu geben, dass es nun bald losgeht, ist eher ungeschickt. Ich habe also zu Beginn immer nur dann Umzugskartons gepackt, wenn es das Kleinkind nicht mitbekam (weil sie bei der Tagesmutter war oder schlief). Eingepackte wurden außerdem Dinge, die im Alltag nicht auffielen:

  • Geschirr, dass man nicht täglich braucht
  • Saisonale Kleidung
  • Dann nach und nach Exemplare von allem, was man in mehrfacher Ausführung besitzt

So wurden unsere Schränke langsam leerer – auf den ersten Blick veränderte sich in der Wohnung aber kaum etwas. Das Kinderzimmer haben wir bis ganz zum Schluss nicht angerührt. So hatte unsere Tochter möglichst lange ihre gewohnte Umgebung. Wir haben aber immer wieder betont, dass alle Spielsachen mit uns umziehen. Das war unserem Kind ganz wichtig und sie hat zwischenzeitlich mehrfach täglich alle ihre Spielsachen aufgezählt und bei jedem einzelnen gefragt, ob wir das mitnehmen. Deshalb haben wir dann am Ende auch gemeinsam ihre Sachen eingepackt. So war unsere Kleine versichert, dass auch wirklich nichts zurück blieb. Ihre allerwichtigsten Sachen haben wir in einen Koffer gepackt, der nicht in den Umzugswagen kam und den sie immer bei sich haben konnte.

3. Tipp zum Umziehen mit Kindern: Bücher über das Umziehen lesen

Was ein Umzug ist wussten unsere Kinder bevor es bei uns soweit war nicht. Natürlich erklärten und erzählten wir viel, aber so richtig begreifen konnten sie es nicht. Und weil wir schon bei anderen Themen wie z.B. der Vorbereitung auf ein geschwisterchen, gute Erfahrungen damit gemacht haben, mit Büchern neue Themen einzuführen, stand für mich sofort fest, dass wir Kinderbücher zum Umzug brauchten. Passendes Lesematerial zu finden stellte sich dann allerdings schwerer heraus als gedacht. Ja, ich war wirklich überrascht, dass ich kein einziges Buch für Kleinkinder über das Umziehen gefunden habe, das mich zu 100 Prozent überzeugte. Wir setzen daher auf eine Kombination von drei verschiedenen Büchern, die ich im Nachhinein ganz gut fand.

Kinderbücher über das Umziehen

Wir ziehen um“* ist eigentlich ein tolles Buch über das Umziehen für Kleinkinder. Allerdings hat es einen großen Haken, der auch in den Buchbewertungen immer wieder erwähnt wird: Das Buch erzählt keine fortlaufende Geschichte, sondern auf jeder Doppelseite eine kleine eigenständige Episode über das Umziehen. So packt auf der ersten Seite Mila mit Mama und Papa die Umzugskisten und auf der nächsten Seite feiert Lukas im Kindergarten Abschiedsfest. Das ist ganz schön verwirrend. Gleichzeitig kann es aber auch ein Vorteil des Buches sein, denn auf diese Weise werden viele verschiedene Szenarien angesprochen. Ein Kind zieht in der gleichen Stadt in eine neue Wohnung, ein anderes weit weg in ein Haus aufs Dorf. Ich habe so einfach nur die Geschichten vorgelesen, die zu unserer Situation gepasst haben. Das war perfekt.

Conni zieht um“* ist eines der bekannten Pixi-Bücher (Serie 190). Conni zieht darin mit ihrer Familie um und von der Bekanntgabe des Umzugs über Besichtigungstermine bis hin zum Einleben im neuen Haus wird das komplette Thema Umzug für Kinder sehr schön und detailliert erzählt. Conni geht in der Geschichte allerdings schon zur Schule und ist vom Umzug überhaupt nicht begeistert. Beide Punkte fand ich nicht so optimal. Ich habe das so gelöst, dass ich ein paar Textpassagen einfach umformuliert beziehungsweise ausgelassen habe.

Mäuschen zieht ins neue Häuschen“* ist zwar schon ein recht altes Buch zum Umziehen mit Kindern und soweit ich das gesehen habe, muss man Glück haben und ein gebrauchtes Buch ergattern. Das lohnt sich aber durchaus, denn das Buch ist mehr als ein Bilderbuch. Es ist gleichzeitig auch ein Elternratgeber. Im ersten Teil gibt es Tipps für Eltern zum Umziehen mit Kindern. Dazu gehören Checklisten, an was gedacht werden muss, genauso wie Ideen zum Umgang mit den ganzen emotionalen Themen rund um einen Umzug.
Im zweiten Teil des Buches können Kinder dann miterleben, wie ein Mäuschen mit seinen Eltern in ein neues Häuschen zieht – und dort auch schnell einen neuen Freund findet.

Umziehen mit Kindern Tipps

4. Tipp zum Umziehen mit Kindern: Erinnerungen festhalten

Vielleicht vermisst unser Kind nach dem Umzug die alte Wohnung, Freunde, Spielplätze oder unser Viertel. Vielleicht möchten mein Baby und mein Kleinkind aber auch nur irgendwann später einmal wissen, wo sie Geboren wurden und nach ihrer Geburt als erstes gelebt haben. Deshalb haben wir vor dem Umzug mit Kindern etwas gemacht, was wir so sonst noch nie gemacht haben: wir haben alle wichtigen Dinge fotografiert. Und weil ich finde, dass vieles auf Videos noch authentischer rauskommt, wurde auch fleißig gefilmt.
In der ersten Zeit nach unserem Umzug haben wir die Materialen bislang zwar nicht gebraucht. Ich bin aber trotzdem froh, dass wir diese Erinnerungen festgehalten haben und so jederzeit hervorkramen können.

5. Tipp zum Umziehen mit Kindern: Abschied feiern

Ich hasse Abschiede. Und um ganz ehrlich zu sein hätte ich auf die ganzen Abschiedstreffen vor unserem Umzug am liebsten verzichtet. Nicht nur, weil für solche Treffen im Umzugsstress eigentlich keine Zeit ist. Sondern vor allem, weil ich mich ganz fürchterlich fühle, wenn ich lieben Menschen auf unbestimmte Zeit oder vielleicht sogar für immer Tschüss sagen muss. Aber kneifen war natürlich keine Option. Und gerade für unser Kleinkind war es auch wichtig, Abschied zu feiern. Durch die kleinen Feste hat sie gemerkt, dass nun etwas Besonderes ansteht. Wir haben zusammen kleine Abschiedsgeschenke für ihre Freunde gebastelt und sie hat von allen etwas geschenkt bekommen – oft Fotos oder Fotobücher, die eine tolle Erinnerung sind.

6. Tipp zum Umzug mit Kindern: die kleinkindliche Psyche nicht unterschätzen

Wie zu beginn schon erwähnt, hat der Umzug unser Kind stark beschäftigt. Obwohl es noch keine drei Jahre als ist, hat unser Kleinkind immer wieder Fragen zum Umzug gestellt.

  • Mama, nehmen wir meine Puppe mit?
  • Und meinen Teddy?
  • Wohnen dann andere Menschen in unserer Wohnung?

So habe ich schnell gemerkt, dass die Situation unsere Tochter sehr verunsichert. Ich habe ihre Fragen immer wieder geduldig beantwortet. Ich habe versucht ihr Sicherheit zu geben und keine Angst vor dem Umzug aufkommen zu lassen. Das hat zunächst auch alles gut geklappt. Die ersten Tage im neuen Zuhause waren trotzdem nicht einfach. Jetzt zeigte sich plötzlich, wie verunsichert unsere Kleine trotz allem war. Sie wollte am liebsten den ganzen Tag auf meinem Arm sein. Beim Essen wollte sie nicht mehr auf ihrem Stuhl, sondern nur auf dem Schoss sitzen. Sie brauchte extrem viele Kuscheleinheiten.
Auf das alles einzugehen ist nicht ganz einfach, wenn Kisten ausgepackt und Unmengen an Dingen erledigt werden müssen. Aber wir haben uns gesagt, dass natürlich die Kinder das Wichtigste sind und alles andere auch noch ein paar Tage warten kann.

Deshalb ist mein wichtigster Tipp zum Umziehen mit Kindern: sich viel Zeit zu nehmen! Vor dem Umzug, direkt nach dem Umzug mit Kindern und vielleicht sogar auch noch Wochen später. Wir haben ein Weilchen nach unserem Umzug ein verlängertes Wochenende in einer Ferienwohnung verbracht. Und am zweiten Abend fragte mich unsere Tochter, ob wir jetzt hier wohnen. Kurze Zeit später wollte sie in unserem neuen Zuhause wissen, ob wir jetzt bald umziehen. Das Thema ist also noch nicht abgeschlossen, auch nachdem die letzten Umzugskisten ausgepackt sind.

Meine Erfahrungen zum Umziehen mit Kindern

Umziehen mit Kindern braucht auf jeden Fall deutlich mehr Zeit, als ein Umzug eines Single- oder Pärchen-Haushalts. Der größte „Zeitfresse“ waren bei uns aber nicht die zusätzlichen Umzugkartons zu packen oder die Dinge zu organiseren, die ohne Kinder nicht anfallen. Was mehr Zeit und Aufmerksamkeit einforderte als ich vorab gedacht habe, war unser Kleinkind auf den Umzug vorzubereiten, mit ihr immer wieder über alles zu sprechen und auch im Nachgang im neuen Zuhause die ganze Situation gemeinsam zu verarbeiten.

Das hört sich jetzt, da ich die getippten Worte lese, vielleicht etwas dramatischer an, als es tatsächlich war. Wir haben im ganzen Prozess des Umzugs auch wahnsinnig viele tolle Momente erlebt. Unsere Tochter liebt den Innenhof und ihr neues Zimmer im neuen Zuhause. Sie genießt es, dass wir jetzt ganz nah bei den Großeltern wohnen und sie hat noch kein einziges Mal gesagt, dass sie zurück in die Stadt möchte. Aber ich merke einfach immer wieder, dass die Umzugsthemen sie tagsüber oder nachts im Traum stark beschäftigen. Und weil dieser psychische Faktor eines Umzugs mit Kinder in den meisten To-Do-Listen oder Ratgebern viel zu kurz kommt, wollte ich darauf in meinem Artikel besonderen Augenmerk legen.

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