Ein holpriger Start – Schwangerschaftsupdate SSW 1-12

Schwangerschaftsupdate 1

Eine neue Reise hat begonnen. Jede Reise bringt Veränderungen mit sich. Aber nach dieser Reise wird nichts mehr so sein, wie es vorher war. Aus unserem Einzelkind wird eine große Schwester. Ich werde Mama von zwei kleinen Kindern sein. Unsere kleine Reise-Gruppe vergrößert sich um einen weiteren Teilnehmer.

Wenn ich jetzt diese Zeilen tippe, hört sich das alles so wunderschön an. So richtig und leicht. Dabei war der Start dieser Schwangerschaft eher holprig. Mir wurde der Boden unter den Füßen weggezogen – obwohl ich dachte nach der ersten Dickbauchzeit nun ein richtiger Profi zu sein. Ich schwebte viel zu selten auf Wolken und war viel zu oft zu Tode betrübt.

Aber gerade deshalb habe ich beschlossen, auch über diese „Reise der Schwangerschaft“ eine Art Reisetagebuch zu führen. Weil ich solche Dinge viel zu schnell vergesse. Und weil ich glaube, dass jede individuelle Schwangerschafts-Geschichte das Potenzial hat, andere werdende Mamis ein bisschen zu beruhigen.

Schwangerschaft erste drei Monate

Unbemerkt schwanger – das könnte mir nie passieren?!

Bemerkt dass ich schwanger bin, habe ich eher zufällig. Und dabei war ich mir so sicher, dass ich nach dem ersten Kind die Anzeichen einer neuen Schwangerschaft sofort richtig deuten würde. Denn dass etwas in meinen Körper vorgeht, das habe ich beim ersten Mal sofort gespürt. Ich wusste es nur noch nicht einzuordnen.

Dieses Mal war es jedoch ganz anders. Ich spürte nichts. Dafür wunderte ich mich über meine zunehmend schlechte Laune. Und über meine Energielosigkeit. Letztere schob ich aber auch die recht neue Doppelbelastung als berufstätige Mutter. Und so schraube ich meinen Kaffee-Konsum immer weiter nach oben. Mehr oder weniger erfolglos.

Den Schwangerschaftstest kaufte ich fast schon aus Spaß. Ich hatte beschlossen bei meiner Ärztin abklären zu lassen, ob mit mir alles in Ordnung ist. Ein „und sie sind nicht etwa schwanger?“ wollte ich bei diesem Termin voller Überzeugung beantworten können. Also packte ich den Test beim nächsten Einkauf mit in den Wagen. Sobald er bezahlt war wurde ich trotzdem irgendwie unruhig. Und so testete ich schnell zwischen Einkaufen und einer Spielplatz-Runde mit dem Reise-Mädchen.

Die große Überraschung

Der Schwangerschaftstest war gefühlt innerhalb von Sekunden positiv. Und daran gab es keine Zweifel. Die zwei blauen Linien erschienen sofort und sehr farbintensiv. Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Irgendwie hatte ich in den Minuten zwischen Drogeriemarkt und Zuhause schon begonnen zu hoffen, dass ich schwanger sein könnte, den Gedanken aber sofort als viel zu unwahrscheinlich wieder weggeschoben.

Ich muss wahrscheinlich nicht erwähnen, dass ich an diesem Nachmittag auf dem Spielplatz nicht so ganz bei der Sache war. Ursprünglich hatten wir schon einiges früher ein zweites Kind geplant. Nachdem dieser Plan nicht aufgehen sollte, hatte ich mich mit einem etwas größeren Abstand zwischen unseren beiden Reise-Kindern angefreundet. Dass ich jetzt plötzlich schwanger war überraschte mich einfach.

Schwangerschaft erste Monate

Sorgen, Ängste und Glücksgefühle

Ich war die nächsten Stunden abwechselnd super glücklich, dass da ein Baby in meinen Bauch wachsen wollte und besorgt, ob jetzt wirklich der perfekte Zeitpunkt dafür war. Zum Glück sah das der Mann sofort sehr viel klarer. Wir wünschten uns ein zweites Kind. Warum sollte es da jetzt irgendwelche Bedenken geben? Und er hatte natürlich so Recht!

Sorgen machte ich mir aber weiterhin: Weil ich bislang ja nicht einmal geahnt hatte, dass ich schwanger sein könnte, war mein Lebensstil die letzten Wochen nicht der allergesündeste gewesen. Ich hatte es genossen, nach der Stillzeit endlich wieder Wein trinken zu können. Viel Kaffee sollte gegen die dauernde Müdigkeit helfen. Und geflogen waren wir auch noch.

Ich verbrachte Stunden damit zu googlen, bis wann dieses „Alles oder nichts“-Prinzip gilt, in Foren zu lesen wie es anderen Müttern ergangen war und zu überlegen, wie weit die Schwangerschaft wohl schon fortgeschritten war.

Zum Glück bekam ich recht schnell einen Arzttermin. Die Ärztin bestätigte die Schwangerschaft und beruhigte mich, dass ich mir wegen all dieser Dinge keine Gedanken machen sollte. Dass ich seit dem Zeitpunkt des Schwangerschaftstests natürlich komplett schwangerschafts-konform lebte war für mich selbstverständlich.

Es folgten ein, zwei sehr schöne Tage, an denen ich mir kaum Sorgen machte und mich einfach über die Schwangerschaft freute.

Der Tiefpunkt und gute Hoffnungen

Dann hatte ich eine Blutung. Leicht nur, aber ich war mir sicher, dass ich das Kind nun verlieren würde. Ich kannte so etwas aus der ersten Schwangerschaft nicht. Ich wusste nur, dass viele Schwangerschaften in den ersten drei Monaten ungewollt enden. Dass viele Schwangere eine oder mehrere unbedenkliche Blutungen haben, hatte ich noch nie gehört. Ich war also erst einmal völlig erschüttert. Der Mann bewahrte zum Glück wieder die Contenance.

Große Erleichterung stellte sich bei uns beiden ein, als meine Ärztin einiges später schon ein kleines Herzchen schlagen sehen konnte.

Für mich – und entsprechend auch den Mann – waren die nächsten Wochen trotzdem nicht einfach. Ich war so müde und erschöpft, dass ich manchmal nicht wusste, wie ich den Alltag bewältigen soll. Oft wartete ich am Nachmittag sehnsüchtig darauf, dass der Mann von der Arbeit kommt und mit dem Reise-Mädchen noch eine Runde raus geht. Ich ruhte mich so viel wie möglich aus und schlief oft direkt nach dem zu Bett bringen des Reise-Mädchens selbst ein. Wirklich erholt war ich morgens trotzdem nicht. Das zehrte an meinen Nerven und meine Stimmung war – sicherlich auch hormonell bedingt 😉 – oft eher grau. Aber ich fieberte voller Vorfreude und guter Hoffnung der zwölften Woche entgegen. Dann würde sicherlich alles besser, war ich mir sicher.

1 Kommentar

  1. Mensch das war ja eine aufregende erste Zeit. Kann sehr gut nachvollziehen wir viele Ängste man bewältigen muss. Wünsche dir für die nächsten Monate viel Energie und einen schönen weiteren Schwangerschaftsverlauf.

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