Eine Elternzeit-Reise planen – Fragen und Antworten zu unserer Elternzeit in den USA

Elternzeit-Reise planen

Wie plant man eine Elternzeit-Reise? Wie habt ihr das in euer Elternzeit mit dem USA Roadtrip gemacht? Was muss man beachten und welche Tipps würdest du mir geben? Zu unserer Elternzeit-Reise erreichen mich zahlreiche Fragen. Deshalb versuche ich hier einmal ein kleines FAQ zum Thema Elternzeit-Reise allgemein sowie zu unserem Roadtrip durch den Südwesten der USA im Speziellen zusammenzustellen und Antworten zu den wichtigsten Themen zu geben.

Wenn Du keine Antworten auf Deine Fragen findest, dann schreibe mir diese gerne in die Kommentare. Ich sehe diesen Artikel als kontinuierlich wachsendes Projektchen und werde ihn immer mal wieder aktualisieren.

FAQ Elternzeit-Reise

Warum eine Elternzeit-Reise machen?

Reisen schweißt zusammen. Die gemeinsamen Erlebnisse in der Fremde sind nicht selten etwas, von dem die Familie noch lange zehrt. Für uns waren die acht Wochen Roadtrip durch die USA eine wahnsinnig intensive Zeit.

Wir waren ununterbrochen alle drei zusammen. Wir haben ganz viel Wunderschönes, Spannendes und Neues erlebt. Wir (naja, also der Mann und ich) sind bis an unsere Grenzen gegangen und haben diese neu gesetzt. Wir haben den Südwesten der USA und uns als Familie erkundet.

Natürlich kann man letzteres auch zu Hause machen. Oft ist es da aber doch so, dass jede Menge Pflichten und Projekte erledigt werden wollen. Kochen, Putzen und dann vielleicht auch endlich mal einen neuen Schrank kaufen: Schnell ist dann zumindest ein Elternteil beschäftigt und die gemeinsame Zeit kommt wieder zu kurz. Auf unserem USA Roadtrip hielten sich die Pflichten sehr in Grenzen. Und was anfiel, das haben wir zusammen erledigt.

Das soll aber nicht heißen, dass jeder eine Elternzeit-Reise machen sollte. Für manche Familien passt es einfach. Mama und Papa waren vielleicht schon immer reiseverrückt und auch das Baby hat keine Probleme damit unterwegs zu sein. Oder die junge Familie möchte die verfügbare Zeit nutzen, um erstmalig ein Leben in der Ferne auszuprobieren. Andere Eltern haben kein gutes Gefühl dabei unterwegs zu sein oder ganz einfach keine Lust dazu. Dann haben alle mehr davon, wenn man zu Hause bleibt.

Wichtig vor jeder Elternzeit-Reise ist also, dass sich beide Elternteile ehrlich fragen, ob sie so eine Reise wirklich unternehmen wollen. Und noch ausschlagender ist dann genau zu prüfen, ob das Kind überhaupt ein Reise-Baby ist.

Elternzeit-Reise USA

Wohin verreisen auf Elternzeit-Reise?

Einmal Deutschland richtig kennenlernen, durch Europa touren oder nach Übersee aufbrechen: Für eine Elternzeit-Reise gibt es (fast) unbegrenzte Möglichkeiten. Man sollte sich vorab aber gut überlegen, welche Auswirkungen das Reiseziel auf das Baby haben kann. Sehr heißes Klima ist für viele kleine Kinder unangenehm. Es gibt Reisekrankheiten, gegen die Babys noch nicht geimpft werden können oder die bei kleinen Kindern schwerer verlaufen können, als bei Erwachsenen. Außerdem spielt die medizinische Versorgung am Zielort eine Rolle.

Da unsere Elternzeit-Reise im Winter begann, wollten wir trotz allem gerne ein bisschen weiter weg. Nach Abwägung der genannten Fakten entschieden wir uns deshalb für die USA. Auf meiner Wunschliste stand das Land ehrlich gesagt nicht. Aber wir fanden, dass es ein gutes Ziel für Babys erste große Reise ist. Und nach einiger Recherche freute ich mich immer mehr auf unsere Zeit in den USA.

Auch im Nachhinein kann ich sagen, dass die USA für unsere Elternzeit-Reise eine gute Wahl waren. Wenn wir noch einmal entscheiden müssten, würden wir es wieder genau so machen.

Welches ist die beste Reiseart für eine Elternzeit-Reise?

Ich kenne Eltern, die sich für ihre Elternzeit-Reise ein kleines Haus gemietet haben und dort die gesamte Zeit verbrachten genauso wie Familien, die mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen durch die Gegend gereist sind. Wir haben uns für einen Roadtrip durch den Südwesten der USA entschieden, da wir möglichst viel von der Region sehen wollten. Blieb noch die Entscheidung ob mit dem Wohnmobil oder mit einem Mietwagen und Übernachtungen in Motels, Hotels sowie Privatunterkünften. Wir haben uns für die zweite Version entschieden. Da es während unserer Elternzeit-Reise in manchen Regionen der USA noch sehr kalt war, wollten wir nicht riskieren, im Wohnmobil zu frieren. Außerdem ist unser Baby nachts noch oft wach geworden und musste teilweise ein bisschen durch die Gegend getragen werden, um wieder einzuschlafen. Dafür war in einem Hotelzimmer ein bisschen mehr Platz, als in einem Wohnmobil.

Elternzeit-Reise Motel

Elternzeit-Reise Wohnmobil

Wie alt war euer Kind während der Elternzeit-Reise?

Unser Reise-Mädchen ist gerade sechs Monate alt geworden, als wir in die USA geflogen sind. Am Ende unserer Elternzeit-Reise war sie acht Monate alt.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Elternzeit-Reise?

Wir finden, dass die beste Zeit für eine Elternzeit-Reise ist, wenn das Baby fünf bis sieben oder acht Monate alt ist. Dann hatten Eltern und Kind schon Zeit, sich aneinander zu gewöhnen. Außerdem sind die Kleinen deutlich robuster als Säuglinge und man muss sich nicht mehr wegen allem tausend Gedanken machen. Ich weiß noch, wie ich in den ersten Monaten jedes Mal am liebsten ausgerastet wäre, wenn jemand mein Baby angefasst hat, ohne sich direkt vorher die Hände zu waschen. Schon auf dem Hinflug in die USA hat genau das gleiche Baby dann fröhlich alles was im Flugzeug irgendwie in Reichweite war angefasst und sich direkt darauf die Hände in den Mund gesteckt. Soll heißen: Auch wenn man sich bemüht, geht es auf Reisen meist nicht ganz so hygienisch zu, wie zu Hause. Und alle haben mehr davon, wenn man sich deswegen nicht all zu viele Gedanken macht bzw. machen muss.

Ein weiterer Punkt ist, dass es oftmals besonders einfach ist, mit einem Baby im Alter von fünf bis acht Monaten zu reisen. Die Kleinen sind dann schon so wach, dass sie ihre Umwelt interessiert beobachten. Unser Baby saß während unserer Elternzeit-Reise stundenlang (ok, mit Unterbrechungen) in der Babytrage und hat die Natur angeschaut. (Warum es generell toll ist, das Baby unterwegs zu tragen, lest ihr in meinem Artikel Babytragen auf Reisen). Sie hat es genossen, ganz viel Zeit mit Papa und Mama zu verbringen und fand es super, wenn sie tagsüber auf der Picknickdecke und abends auf dem Hotelbett strampeln und spielen durfte. Sobald sie mobil wurde, hätte ihr das nicht mehr gereicht. Ab dem Zeitpunkt, an dem das Baby krabbelt, muss man sich noch einmal ganz anders auf den kleinen Mitreisenden einstellen (mehr dazu weiter unten).

Und wenn das Kind gestillt wird, dann bekommt es zwar in diesem Alter wahrscheinlich schon Beikost. Der wichtigste Teil der Nahrung ist aber immer noch die Muttermilch und die ist auf Reisen einfach die unkomplizierteste Babynahrung überhaupt.

Beste Zeit für Elternzeit-Reise

Ein paar Tage nach dem ersten Geburtstag unseres Reise-Mädchens hatten der Mann und ich noch einmal einen Monat gemeinsame Elternzeit. Während dieser Zeit waren wir zwei Wochen in der Dominikanischen Republik. Die Kleine konnte zu dem Zeitpunkt schon auf wackligen Beinen laufen und brauchte jeden Tag ganz viel Spielzeit. Dadurch war diese Elternzeit-Reise ganz anders, als die erste. Zwar haben wir auch in der Karibik Ausflüge unternommen und sind mit der Kleinen in der Trage gewandert. Unser Erkundungsdrang musste sich aber den Interessen unserer Tochter unterordnen. Und das bedeutete: Stundenlang am Strand spielen, am Pool planschen und Tiere (vor allem Katzen und Hunde) beobachten. Auch diese Reise war wunderschön, weil wir die unbeschwerte Zeit als Familie sehr genossen. Es ist nur einfach ganz anders, als ein Roadtrip mit fast täglich neuen Highlights und Sehenswürdigkeiten.

Wie lange auf Elternzeit-Reise gehen?

Das Schöne an der Elternzeit ist ja, dass man Zeit hat. In Deutschland können Eltern 12 Monate bezahlte Elternzeit nehmen. Wenn beide Partner mindestens zwei Monate Elternzeit machen, bekommt man gemeinsam sogar 14 Monate Elterngeld. Natürlich ist es meist nicht möglich – oder auch gar nicht gewollt – so lange zu verreisen. Aber durch die Elternzeit haben viele Familien doch die Option, länger als mit dem normalen Jahresurlaub zu verreisen.

Grundsätzlich muss man sich aber auch bei der Länge der Elternzeit-Reise einfach fragen, was zur eigenen Familie passt. Es gibt Menschen, die wären am liebsten immer unterwegs und andere, denen ist eine Woche Urlaub eigentlich schon zu lang. Bei uns ist es so, dass wir gerne etwas länger verreisen. Nach einiger Zeit freuen wir uns aber auch wieder auf zu Hause. Deshalb war eine achtwöchige Elternzeit-Reise perfekt. So hatten wir viel Zeit, um alles was wir wollten in Ruhe anzuschauen. Wir bekamen aber auch keinen „Reise-Koller“.

Unser Auto auf Elternzeit-Reise

Wie eine Elternzeit-Reise planen?

Wir haben schon während der Schwangerschaft begonnen zu überlegen, wie unsere Elternzeit-Reise aussehen könnte. Ein bisschen informieren und träumen – viel mehr haben wir aber noch nicht gemacht. Wir wollten erst einmal unser Baby kennenlernen und dann entscheiden, ob und in welcher Form wir in der Elternzeit verreisen.

Während der ersten Wochen mit Baby konnte ich mir dann auch ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, länger von zu Hause weg zu sein. Als wir uns aber so langsam als Familie eingespielt hatten und erste kurze Reisen gut verliefen, wurden die Gedanken an eine Elternzeit-Reise wieder konkreter. Wir haben uns für den Südwesten der USA entschieden und recherchiert, was wir dort auf jeden Fall sehen möchten. Unter Berücksichtigung des Wetters (erst der Süden und dann später, wenn es hoffentlich schon etwas wärmer wird in nördliche Richtung) hat der Mann diese Punkte zu einer groben Route verbunden.

Fest gebucht haben wir jedoch sehr wenig. Gerade mit Baby weiß man ja nie so genau was kommt und wir wollten möglichst flexibel bleiben. Die Flüge in die USA haben wir einige Wochen vorher gebucht. Kurz darauf kümmerten wir uns um einen Mietwagen und eine Unterkunft für die ersten drei Nächte. Mehr haben wir vor unserer Reise nicht fest gemacht.

Während unserer Reise haben wir dann schon nach einigen Tagen gemerkt, dass es auch in der Nebensaison teilweise schwierig ist, in der Nähe der beliebten Nationalparks bezahlbare Unterkünfte zu finden. Daher sind wir dazu übergangen, immer einige Tage im Voraus unsere Motels zu buchen. So hatten wir sicher eine Bleibe für die Nacht, waren aber weiterhin ziemlich flexibel unterwegs.

Wir fanden diese Kombination aus guter vorab Recherche zu den wichtigsten Punkten entlang der Route sowie möglichst viel Flexibilität während der Reise perfekt. Mehr als einmal haben wir nämlich spontan unsere Pläne geändert: Weil wir die Autostrecken mit Baby noch mehr verkürzen wollten, weil Straßen wegen Schneefall gesperrt waren oder auch weil wir früher als geplant an bestimmten Punkten ankamen.

Elternzeit-Reise planen

Wie bucht man einen Langstreckenflug mit Baby?

Wer einen Flug für ein Baby oder Kleinkind unter zwei Jahren bucht hat zwei Optionen: Einen eigenen Platz für das Kind buchen (der bezahlt werden muss), oder das Kleine auf dem Schoss der Eltern fliegen lassen (dann wird nur eine sehr geringe Gebühr fällig). Wenn das Kind einen eigenen Sitz hat, braucht es einen für Flugzeuge zugelassenen Kindersitz. Auf dem Schoss eines Erwachsenen wird das Baby mit einem Gurt angeschnallt, den man im Flugzeug ausgehändigt bekommt. Ich möchte hier nicht auf die Sicherheits-Diskussion eingehen, die in diesem Zusammenhang gerne geführt wird. Auch spreche ich keine Empfehlung aus sondern erzähle euch nur, wie wir es gemacht haben.

Wir haben keinen extra Sitz für das Baby im Flugzeug gebucht. Also wurde die Kleine bei der Buchung der Flüge erst einmal nur angegeben. Mit der Buchungsnummer haben wir uns dann an die Airline gewendet und einen Babykorb/Bassinet reserviert. Das sind kleine Bettchen, die an der Trennwand im Flugzeug eingehängt werden können. Babys mit einem Gewicht bis etwa acht Kilogramm oder acht Monate alt können darin schlafen. Es gibt keine Garantie, dass man ein solches Baby Bassinet im Flugzeug bekommt. Wenn man sich rechtzeitig darum kümmert sind die Chancen aber ganz gut. Wir haben sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug ein Babybett bekommen. Auf dem Hinflug wollte das Baby nicht wirklich darin schlafen. Das Bett war aber schon allein als zusätzliche Ablagefläche und um das Baby mal ein bisschen strampeln zu lassen super. Auf dem Rückflug hat sie fast die komplette Zeit darin geschlafen, was den Flug für mich sehr entspannt gemacht hat.

Langstreckenflug mit Baby

Fliegen mit Baby

Ein Roadtrip als Elternzeit-Reise: Was bedeutet das und ist ein Roadtrip mit Baby nicht stressig?

Ein Roadtrip als Elternzeit-Reise hat in unserem Fall bedeutet, dass wir uns einen Mietwagen genommen haben und acht Wochen lang mehr oder weniger immer unterwegs waren. Wir haben meistens in Motels übernachtet, dazwischen mal in einem Hotel oder einer Privatunterkunft (über AirBnB gebucht). Längstens waren wir drei Nächte an einem Ort, meistens sind wir aber nach ein bis zwei Nächten weitergefahren.

Am Anfang hatten wir einige Etappen mit jeweils nur einer Nacht pro Ort. Da haben wir schnell gemerkt, dass das auf Dauer zu stressig wird. Also haben wir darauf geachtet öfter zwei oder auch mal drei Nächte in einem Motel zu bleiben. Natürlich haben wir während unserer Elternzeit-Reise trotzdem sehr, sehr viel ein- und ausgepackt. Mit der Zeit haben wir aber ein gutes System entwickelt, wie das Auto recht schnell be- und entladen war. Auch unsere Taschen bzw. der Backpackerrucksack des Manns wurden so eingeräumt, dass man immer schnell an die wichtigen Dinge kam und das Meiste gar nicht ständig ausräumen musste.

Schon vor unserer Reise hatten wir geplant, es gemütlich angehen zu lassen. Nach den ersten Tagen haben wir die Strecken dann noch einmal gekürzt und zum Teil Zwischenetappen eingeplant. Außerdem haben wir an Fahrtagen am Abend vorher immer geschaut, wo man gut längere Pausen einlegen kann – zum Beispiel an einem See in der Nähe der Strecke. Obwohl unser Baby wirklich nicht sehr gerne Auto fährt, hat es auf diese Weise mit dem Roadtrip als Elternzeit-Reise sehr gut geklappt.

Ein paar Tipps, gegen Stress auf der Elternzeit-Reise, findet ihr außerdem am Ende dieses Artikels.

Elternzeit-Reise Roadtrip

Wurde es dem Baby im Auto nicht langweilig?

Fangen wir mal so an:  ich kann es immer gar nicht glauben, wenn mir jemand erzählt, dass sie mit dem Auto fahren und das Baby alleine hinten sitzt. Kleine Kinder, die das Autofahren lieben und sogar extra zum Einschlafen rumgefahren werden? Soll es geben. Unser Reise-Mädchen gehört aber definitiv nicht dazu. Zu behaupten, dass sie nicht besonders gern Auto fährt ist eine leichte Untertreibung.

Das war aber nicht immer so. Sie hat das Autofahren zwar nie geliebt, aber die ersten längeren Fahrten klappten doch sehr gut, wenn wir rechtzeitig zum Stillen anhielten. Nicht so die erste Fahrt in den USA. Wir mussten aus Los Angeles raus, die Straßen waren verstopft, das Baby schrie und weit und breit gab es keine Möglichkeit, um mal schnell anzuhalten. Also habe ich auf der Rückbank neben dem Baby alles gegeben, um die Kleine zu beruhigen. Und das war auch die nächsten acht Wochen meine Aufgabe.

Ihr werdet es vielleicht nicht glauben, aber der Mann ist die komplette Strecke von über 8.000 Kilometer gefahren. Ich bin immer hinten gesessen. Zum Glück hatte ich schnell raus, was dem Baby beim Fahren gefällt. Vor allem zwei Lieder standen bei ihr hoch im Kurs und die habe ich, wenn die Stimmung zu kippen drohte, in Dauerschleife gesungen. Und ich habe dazu geklatscht, bis mir die Hände weh taten. Sollte das alles einmal dennoch nicht helfen, haben wir angehalten. Außer im direkten Umfeld der großen Städte war das nie ein Problems. Meistens waren die Straßen auf denen wir fuhren so leer, dass wir minutenlang keine anderen Autos gesehen haben.

Dazwischen – und mit der Zeit immer öfter – hatte das Baby in ihrem Autositz aber auch einfach richtig Spaß. Sie hat mit irgendwelchen Sachen geknistert, gerasselt oder einfach mit den Füßen gestrampelt. Ich habe für sie Fingerspiele gemacht, mich hinter Tüchern versteckt und wir haben viel zusammen gelacht.

Außerdem hat unsere Kleine gemerkt, dass es sich während der Fahrt doch ganz gut schlafen lässt. Und so hat sie öfter „on the Road“ einfach ein bisschen geschlummert.

Der wohl wichtigste Punkt war aber, dass wir (wie oben schon geschrieben) nur relativ kurze Etappen gemacht haben und so nie richtig lang im Auto saßen. Wir waren meistens einfach schon an unserem Tagesziel angekommen, bevor es dem Baby langweilig wurde.

Baby im Auto

Was muss man auf eine Elternzeit-Reise in die USA mitnehmen?

Das Schöne am Reiseziel USA ist, dass man theoretisch mit leeren Koffern fliegen könnte. Während es in manchen Ländern ja durchaus schwierig ist z.B. passende Babyutensilien zu bekommen, kann man in den USA alles problemlos kaufen. Windeln, Feuchttücher und Babygläschen haben wir selbst in kleinen Läden mitten im Nirgendwo bekommen. Meistens haben wir aber geschaut, uns in den großen Supermärkten ausreichend einzudecken und dort ist die Auswahl an allem riesig.

Da hierzu ganz konkrete Fragen kamen: Wir haben oft bei Walmart eingekauft, da diese Läden fast immer gut und schnell erreichbar am Stadtrand liegen und man dort wirklich alles bekommt. Windeln haben wir vor allem von „Parent´s Choice“, „Tippy Toes Baby Soft“ und „Huggies“ gekauft. Wir fanden alle Windeln ok und das Baby hat sie gut vertragen. Beim Babybrei haben wir auch verschiedenen Marken und Sorten ausprobiert. Öfter war es „Gerber“ oder „Beech Nut“ oder auch mal „O Organics“ und „Earth´s Best Organic“. Entgegen meiner ersten Bedenken war es klein Problem, reine Gemüsebreie ohne Zusatzstoffe zu finden und unserem Baby haben alle gut geschmeckt.

Wir haben sogar den Autokindersitz in den USA gekauft. So mussten wir unseren nicht mitnehmen – der wäre in den USA (wie fast alle deutschen Autositze) auch gar nicht zugelassen gewesen. Man kann in der Regel zwar auch einen Kindersitz mit dem Mietauto oder dem Wohnmobil buchen. Bei unserer Reisezeit von acht Wochen war es aber günstiger, einen Preiswerten Sitz zu kaufen.

Wir hatten allerdings ein paar Sachen dabei, die wir auf keinen Fall missen wollten. Diese habe ich im Artikel „Babys Reise Must-haves: Top 3 auf unserer Urlaubs Packliste fürs Baby“ auf meinem Reiseblog www.webundwelt.de vorgestellt.

Beikost auf Elternzeit-Reise

Windeln auf Elternzeit-Reise

Wie klappt das mit der Beikost auf Elternzeit-Reise?

So, spätestens jetzt muss ich mich als Rabenmutter zu erkennen geben. Mit der Beikost hat das auf der Reise nämlich leider nicht ganz so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte. Der Plan, den Brei selbst zu kochen, war unterwegs einfach nicht umsetzbar. Einige Motels haben zwar Mikrowellen auf dem Zimmer, aber ich habe meine Versuche, darin Gemüse zu kochen, schnell aufgegeben. Also wurden Gläschen gekauft (siehe oben).

Außerdem haben wir von Anfang an unserer Kleinen Obst zum „Knabbern“ (das geht auch ohne Zähne) gegeben. Sie hat sehr gerne an Apfelstückchen rumgelutscht und unterwegs ihre Liebe für Bananen entwickelt. Beides war gerade auf Wanderungen der perfekt Proviant für das Baby.

Alles in allem war ich aber sehr froh, dass ich das Baby während unserer Elternzeit-Reise noch viel gestillt habe. (Erfahrungen zum Stillen in den USA sowie meine schönsten und schlimmsten Stillerlebnisse könnt ihr im Artikel Stillen auf Reise nachlesen.)

Wer gerne mehr zu dem Thema wissen möchte: ich habe noch einen Artikel zu unserer Beikosteinführung während der Elternzeit-Reise geplant, der hoffentlich bald online geht.

Elternzeit-Reise Tipps

5 Tipps für eine schöne Elternzeit-Reise

  1. Das Wichtigste ist, dass es allen Familienmitgliedern auf der Elternzeit-Reise gefällt und jeder sich wohl fühlt. Daher unbedingt vorher überlegen, was man sich wünscht und was zur Familie – insbesondere dem Baby – passt.
  2. Entspannt sein ist auf der Elternzeit-Reise das A und O. Die Reise verläuft nicht wie geplant? Es ist Mittag und weit und breit keine Möglichkeit das Babygläschen warm zu machen? Und das Lieblingsspielzeug ist nicht mehr auffindbar? Alles halb so schlimm! Wenn man auch auf Elternzeit-Reise immer mal wieder versucht, den Blick auf die wirklich wesentlichen Dinge zu lenken, dann kann man die gemeinsame Familienzeit unterwegs viel mehr genießen. (Und alles was kein Spielzeug ist, ist doch eh viel spannender oder es wird eben etwas nachgekauft. Brei kann man auch in Zimmertemperatur füttern. Und Reisen, die noch etwas Überraschung bieten, sind die spannendsten).
  3. Wobei wir schon beim nächsten Punkt wären: der Spontanität. Gerade auf einer Reise mit Kind ist ein gewisses Maß an Flexibilität regelrecht Pflicht. So hatten wir die Route und den Zeitplan unseres Roadtrips zwar vorab grob geplant, haben beides aber während der Elternzeit-Reise immer wieder angepasst. Und auch untertags haben wir viel spontan entschieden. Man konnte zum Beispiel morgens noch nicht wissen, ob das Baby genau an diesem Tag Lust hatte, während einer längeren Wanderung in der Trage zu sitzen. Also sind wir einfach losgelaufen und je nach Stimmung der Kleinen früher umgekehrt oder bis zum Ende gewandert.
  4. Keine zu hohen bzw. falschen Erwartungen haben. Unsere Elternzeit-Reise war ein Traumurlaub. Aber ganz anders, als vorherigen Traumurlaube. Gerne hätte ich in den achte Wochen während unseres Roadtrips zumindest ab und zu den Tag beim gemütlichen Abendessen in einem hübschen Restaurant ausklingen lassen. Die Realität sah so aus, dass wir meistens auf dem Bett in unserem Motelzimmer ein einfaches Picknick machten oder eine Dose Backed Beans in der Mikrowelle aufwärmten. Nach einem aufregenden Tag war unser Baby einfach müde und wir wollten es in Ruhe schlafen lassen. Nachdem das erste Abendessen in einem Restaurant für alle stressig war, weil das Baby in so einer spannenden Umgebung natürlich nicht im Buggy schlafen wollte, verzichteten wir darauf lieber. Auch ausschlafen und ausgiebige Frühstücks gehörten nicht zu unserer Elternzeit-Reise. Und während ich mich früher Nachts an den Mann gekuschelt habe, wurde jetzt öfters Mal das Baby durchs Zimmer getragen und wieder in den Schlaf gewiegt. Dafür hatten wir aber eben ganz wundervolle Momente zu Dritt, die wir als Paar alleine so nie erlebt hätten. Und auch wenn ich mal kurz voller Sehnsucht an die alten Reisen zu zweit zurück gedacht habe: Tauschen wollte ich auf keinen Fall!
  5. Und nicht zuletzt: Sich einfach trauen, eine Elternzeit-Reise zu machen. Immer wieder höre ich von Eltern, dass sie auch so gerne eine Elternzeit-Reise machen würden, sich das aber nicht trauen. Dazu kann ich nur sagen: Wenn ihr Lust dazu habt, dann macht es einfach! Es muss ja nicht gleich eine mehrwöchige Reise durchs Niemandsland sein. Auch in Deutschland oder Europa kann man ganz wundervolle Elternzeit-Reisen erleben. Und mit Baby unterwegs zu sein ist gar nicht so kompliziert (wenn ihr Punkt 1 bis 3 beachtet). Vielmehr berichten fast alle Erwachsenen nach einer Elternzeit-Reise, dass die kleinen Kindern dem Reisen eine neue, wunderschöne Dimension hinzufügen.

Elternzeit-Reise FAQ

8 Kommentare

  1. Ich muss ehrlich sagen dass ich diese Art von Elternzeitreisen nicht verstehen kann. Betrachtet man nur die Bedürfnisse des Babys in dieser Zeit, weiss man das stundenlanges Spielen und Bewegung Priorität haben. Ausserdem ist es einfach das beste frisch zu kochen grade zu Beginn. Wenn all dies nicht wirklich gegeben ist auf einem roadtrip, stellt sich mir die Frage warum wird es dann gemacht in dem Baby Alter? Es spricht ja nichts gegen das Reisen aber etwas babygerechter und altersentsprechend. Natürlich muss das jeder selber wissen usw. Dennoch muss ich das einfach mal sagen, da ich jedesmal die Krise bekomme, wenn ich auf Wanderungen Babys stundenlang in der Trage sehe. Tragen ist schön. Klar. Noch besser ist aber auch bewegen und entwickeln zu können und das so lange wie möglich. Das erweckt den Eindruck das diese Reisen eher der Unterhaltung der Eltern dienen als der Entwicklung der Kinder. Meine Meinung.

    1. Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Natürlich gibt es verschiedene Ansichten zum Thema Elternzeitreise.
      Was ich aber auf jeden Fall mit diesem Artikel zum Ausdruck bringen wollte: Das Wohl des Babys steht natürlich immer an erster Stelle – egal was man in der Elternzeit macht. Und ich denke, dass uns das während unserer Reise sehr gut gelungen ist.
      Da unser Baby zum Zeitpunkt der Reise ja beispielsweise noch nicht krabbeln konnte, war das Thema Bewegung relativ einfach umsetzbar. Wir hatten immer eine dicke Picknickdecke dabei und die Kleine konnte so zwischendurch immer und überall ein bisschen strampeln und spielen. Außerdem hat sie auf der Reise ganz viel (kennen)gelernt, was ihre positive Entwicklung durchaus unterstützt: Sie hat das Meer kennengelernt, im Sand gespielt, ist auf ganz unterschiedliche Menschen getroffen, hat das erste Mal Schnee auf der Haut gespürt und den einzigartigen Geruch der Sequoia Bäume wahrgenommen – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Sie hat frisches Obst (und ein kleines bisschen Gemüse) gegessen und wurde ganz viel gestillt. Die paar Löffel gekauften Brei (gegen Ende der Reise, am Anfang bei der Einführung waren es ja eher ein, zwei Löffel pro Tag), die sie zu sich genommen hat, waren sicherlich nicht optimal. Aber ich denke, das ist auch verkraftbar.
      Aber, da gebe ich Dir sehr recht: es muss jeder selbst wissen, ob er eine Elternzeitreise machen möchte und diese zum eigenen Kind passt. Ich wollte hier auf keinen Fall den Eindruck vermitteln, dass jeder eine solche Reise machen sollte.
      Liebe Grüße,
      Reise-Mama Wibke

  2. Sehr toller Artikel! Ich hatte viel Spaß beim Lesen und habe an unsere ersten Reisen gedacht. Es ist einfach so schön und ganz anders, mit Baby unterwegs zu sein.

    Übrigens habe ich „Rabenmutter“ am Anfang nie Babybrei selbst gekocht. Ok, unser Zwerg hat die ersten Monate sowieso den Brei verweigert, aber selbst gekocht habe ich ihn trotzdem (und auch deshalb) selten. Lass Dir bitte nicht einreden, dass irgendetwas falsch daran ist, ihn nicht selbst zu kochen. Auch die Aussage im Kommentar über mir, dass es besser ist, ihn selbst zu kochen, ist schlichtweg so nicht richtig. Sowohl Hebamme als auch Kinderärztin haben mir gesagt, dass bei einer Beikosteinführung vor allem im Winter, wenn sämtliches Gemüse nicht regional gekauft werden kann, die Meinung vieler (inklusive ihre eigene) zu gekauften Gläsern tendiert. Auch die Bio-Pastinake hat lange Transportwege hinter sich. Außerdem kann man in der eigenen Küche nicht die hygienische Standards einhalten, die streng kontrollierte Firmen gewährleisten. Das ist ja eines der Themen, über die sehr viel gestritten wird, aber es gibt einfach kein richtig oder falsch.
    Leider muss man sich finde ich als Mama generell sehr viel vor anderen Mamas rechtfertigen. Schlimm, dass man sich nicht gegenseitig unterstützt, schließlich macht und will fast jede auf ihre Art das Beste. Das anfängliche zustimmende „Stillst Du? Gut, das ist einfach das Beste.“ ist jetzt mit 14 Monaten auch in „Stillst Du immer noch? Bis wann willst Du abstillen?“ umgeschlagen. Tzz. 😉
    Ich freue mich schon auf die kommenden Artikel.

    Liebe Grüße,
    Janina

  3. Und zur Entwicklung auf Reisen: Unsere Kleine hat während jeder Reise – unserer Meinung nach durch die neuen Eindrücke, Abläufe und Impulse – wahnsinnige Sprünge gemacht. Sie hat auf den Seychellen angefangen zu Krabbeln, ist auf den Malediven erstmals viel an Möbeln aufgestanden und entlang gelaufen, und auf den Cook Islands war sie zum ersten Mal kurz frei im Sand gestanden. Sie läuft zwar noch nicht, redet aber wie ein Wasserfall, und viele Worte kennt sie durch das Reisen. Sie strahlt und winkt, wenn sie ein Flugzeug sieht – dementsprechend denke ich nicht, dass unsere Reisen sie nachhaltig traumatisieren.
    Das Autofahren hasst auch unsere Maus mit brennender Leidenschaft, aber das versuchen wir eben auf Reisen einzuschränken. Das gelingt uns dort meist deutlich besser als zuhause.
    Gerade Tragekinder sind oft einfach unendlich glücklich, stundenlang angekuschelt im Tuch/in der Trage zu sitzen, und so die Welt sicher zu erkunden. Unsere Kleine liebt es nach wie vor, und ob das Kind der Typ für solche Arten von Reisen ist, kann man als Eltern ja ganz gut nach einigen Monaten einschätzen.

  4. Also meine Bedenken bezogen sich nicht auf das Reisen generell. Wir sind mit unserer Tochter das erste Jahr auch viel gereist und ich bin absolut davon überzeugt, dass es mehr Vorteile als Nachteile bringt. Ich meinte eigentlich generell das Reisen als Roadtrip mir Baby, welches stundenlang im Autositz verweilen muss. Aber so wie du es erklärst Reise- Mama klingt es natürlich super schön.
    Das mit dem Kochen war auch darauf bezogen, dass sie om Artikel bedauerte nicht selber kochen zu können. Wer der Meinung ist Ja Gläschen essen zu geben soll das tun. Dennoch finde ich das Argument Mütter müssen sich permanent rechtfertigen Ansichtssache. Was bringt denn mehr Diskussionensstoff als ein Baby und Mutter sein? Ich finde man kann Stundenlang darüber sprechen sich austauschen und auch mal anderer Meinung sein? Wenn man sich immer nur in seinem Kosmos bewegt keine anderen Meinungen zulassen kann, empfinde ich diese Person als weit aus weniger ‚unterstützend‘, da sie keinen Raum für Unterhaltung und Meinungsaustausch bietet.
    Wie auch immer vielen Dank für die Reaktion auf meinen Kommentar ich finde es sehr wichtig sich auf respektable Weise auszutauschen.
    Liebe Grüße

  5. Und nur mal so nebenbei bis vor ein paar Jahren war es absolut nicht üblich früh mit babys zu reisen und würde sogar abgeraten. Es wurde auch gesagt stillen sei schädlich. Tragen sei schädlich und das Kind im Elternbett schlafen lassen? Niemals Ist doch total krank. Wie hat sich dies geändert? Indem jemand kristsisch war und nicht diese Meinung vertrat. Ohne kritische Stimmen gäbe es keine Veränderung in der Welt.

    1. Du hast Recht, Austausch ist auch in meinen Augen super wichtig. Deine Reaktion hat sich für mich einfach etwas zu absolut angehört, deshalb wollte ich gerne auch die ganz andere Seite schildern.
      Wie gesagt, ich finde das Reisen mit Baby toll, aber ich weiß auch, dass es nicht für jeden etwas ist. Letztendlich ist es ja sowieso immer total unterschiedlich, was jede Familie als schön und richtig für sich empfindet.

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